Merlin Hydes schöpft aus der Ruhe der Natur und der Wucht der Großstadt. Seine Musik ist ehrlich, handgemacht und direkt, getragen von traditionell groovigen Bluesriffs in frischem, modernem Gewand. Landidylle trifft auf urbane Melancholie – eine Mischung, die Texte aus dem Leben schreibt und von Anderswo
Im Alter von 12 Lenzen fand Hydes auf Anregung eines Freundes, der ihm einen Blues-Lick zeigte, zum Gitarrenspiel, schaffte sich so erstmal die Finessen des Instruments drauf und begann dann vor etwa zwei Jahren – als er sein Spiel bereits virtuos beherrschte – Gesang hinzuzufügen und eigene Songs zu schreiben, die auf Gedichten basieren, welche er in einem Eigenbau-Holzwagen verfasste.
Ach ja: MERLIN HYDES macht Blues. Und zwar die klassische Delta-Blues-Variante, die sich dadurch auszeichnet, dass sie auf akustischer Basis daherkommt. Vielleicht liegt’s daran, dass Hydes, der zur Zeit in Hamburg residiert, auf dem platten Land aufgewachsen ist und bis heute einen besonderen Bezug zur Natur hat. Auf jeden Fall hat seine Art, sich auf dem Debüt-Album „In Plain Sight“ mit klassisch-gutturalem Gesang als Geschichtenerzähler im Porchsong-Modus zu betätigen, nichts mit den in den spärlichen Info-Texten aufgeführten Referenznamen STEVIE RAY VAUGHN oder ALBERT KING zu tun – denn die arbeiteten halt vorwiegend elektrisch.
Rein musikalisch setzt MERLIN HYDES weder auf die reine Lehre der Traditionspflege noch bilderstürmerische Ambitionen, sondern findet in seinen Songs immer einen Mittelweg zwischen der Hochachtung vor den Errungenschaften der Altvorderen und einer individuellen Perspektive. Besonders deutlich wird das durch seine Lyrics, die ziemlich clever konstruiert sind. So erzählt er mit den Bildern der Blues-Sprache auf ziemlich selbstironische und unterhaltsame Weise aus seinem Leben als mystischer Waldschrat, der sich vor aller Augen – also „In Plain Sight“ – versteckt, indem er eins mit seiner Umgebung wird (wie die Kombination aus Künstlernamen und LP-Titel anschaulich ausbuchstabiert).
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